Besuch der "Hohe Gesellschaft zu Rodensteyn"

Wappen Colonia Darmstadt der "Hohe Gesellschaft vom Rodensteyn"
Wappen Colonia Darmstadt. Bild: Karl-Heinz Mittenhuber

Kürzlich konnte der Vorsitzende des Rodenstein-Museums, Dr. Claus Fittschen, ein Dutzend Gäste begrüßen, die sich der Erhaltung bewährter Tugenden und Traditionen verschrieben haben: Mitglieder der „Hohen Gesellschaft vom Rodensteyn“. Ohne Ansehen von Herkunft, Religion und Parteizugehörigkeit pflegen sie in regelmäßigen Abständen das gesellige Zusammensein, die Lust an der Diskussion und das Interesse an Geschichte und Zeitgeschehen. Hervorragende Leistungen werden in ihren Reihen mit Auszeichnungen geehrt.

Wie kam diese „Hohe Gesellschaft“ dazu, sich „vom Rodensteyn“ zu nennen? Bereits 1878, angeregt durch Joseph Viktor von Scheffels Rodenstein-Trinklied „Die drei Dörfer“, fanden sich angesehene Männer dazu zusammen. Aus diesem Trinklied stammt auch ihr Gruß und Zutrunkruf „Hollaheh“. In der Folgezeit entstanden Niederlassungen der „Rodensteyner“ in ganz Deutschland, in der Schweiz und sogar eine in London. Prominente Persönlichkeiten wie Scheffel selbst, Bismarck, Hindenburg, Graf Zeppelin und die Großherzöge von Baden und von Hessen gehörten der „Hohen Gesellschaft“ an. Die einzige heute noch verbliebene Niederlassung (Colonia) in Deutschland befindet sich in Darmstadt („Zum Schwarzen Lamm“, heute Bockshaut“).

Im Rahmen des Besuchs der „Hohen Gesellschaft vom Rodensteyn“ in Fränkisch-Crumbach galt ihr vornehmliches Interesse der evangelischen Kirche und ihrer reichhaltigen Ausstattung sowie dem Rodenstein-Museum und dessen Umgestaltung. Karl-Heinz Mittenhubers sachkundige Erläuterungen in der Kirche, vor Allem zum Grabdenkmal von Junker Hans III. zu Rodenstein und zur sog. Türkentrommel, stießen auf lebhafte Resonanz, so dass zahlreiche Fragen zur geschichtsträchtigen Gemeinde und zum Adelsgeschlecht der Rodensteiner noch bei einem geselligen Meinungsaustausch und „Hollaheh-Umtrunk“ im Gasthaus „Zur Linde“ diskutiert wurden.

                                                                               Für das Rodensteinmuseum Karl-Heinz Mittenhuber